»Where Life And Death May Dwell«
Veranstaltungsdetails
Eine multimediale Rauminstallation – Teil II
Zeit: Sonntag, 10. Mai 2026 bis Sonntag, 4. Oktober 2026
Rubrik: Ausstellungsprojekt
Bilder: Bildergalerie zur Veranstaltung
Tipp: Eröffnung des Ausstellungsprojekts am 10. Mai 2026.

Helen Verhoeven
WHERE LIFE AND DEATH MAY DWELL
Wo Leben und Tod verweilen mögen
Im zweiten Jahr ihrer wachsenden Kunstinstallation schreitet Helen Verhoeven weitere Wege aus, sich den Fragen der Vergänglichkeit zu nähern. Zu den Gemälden entlang der umlaufenden Emporen und um den Kanzelaltar sowie den kleineren Bildern und den Keramiken aus dem vergangenen Jahr kommen nun bildkünstlerisch gestaltete Kissen in den Bänken, aber auch schmückende Wimpel, die die Nähe von Trauern und Feiern symbolisieren. Die Motive der Kissen gehen übrigens großenteils auf Collagen zurück, die letztes Jahr bei einem Workshop entstanden.
Wie andere Kirchen auch, gibt dieser Ort der Gemeinschaft der Lebenden und der Toten Raum: Kirchen als Orte der Memoria, des Bewusstseins unserer Vergänglichkeit, der Hoffnung auf mehr. Das Memento mori, bedenke Dein Sterben, dieses Motiv unzähliger christlicher Kunstwerke, setzt ein Memento vivere voraus, die Aufforderung also, sich der Wunder des Lebens bewusst zu werden. Helen Verhoeven unterstreicht mit ihrer Kunst die Zusammengehörigkeit dieser beiden Pole.
Während die Gemälde entlang der Emporen und um den Kanzelaltar die transitorischen Zustände des Vergehens, der Trennung von Körper und Seele zeigen und dabei eher Distanz vermitteln, schlägt Helen Verhoeven mit vielen anderen Objekten eine Brücke und wendet sich den Lebenden zu. Auf eine überbordende, fast spielerische Art weist sie auf die Verbindung von Trauern und Feiern hin, indem die Wimpel beispielsweise an die mexikanische Kultur der Totenfeste erinnern. Auch die keramischen Schädel haben, auf bunten Kissen ruhend, ihre Bedrohlichkeit verloren.
Die Sitzkissen in den Bankreihen sind wahrhaftig dazu da, sich drauf zu setzen oder sich daran zu lehnen. Sie knüpfen an die noch immer gelegentlich anzutreffende Gewohnheit dörflicher Kirchgängerinnen an, mit handgemachten Kissen unterschiedlichster Gestalt den persönlichen Stammplatz zu markieren. Als individuelle Platzhalter innerhalb der Gemeinschaft bleiben sie nach dem Kirchgang in den Bänken zurück und warten dort auf die sonntägliche Wiederkehr ihrer BeSITZerinnen.
Auf dem Altar ist schon eine Anzahl von Bilderrahmen mit Porträts von verstorbenen Angehörigen, Freundinnen oder Freunden zu finden. Andere Rahmen sind noch leer und könnten ebenfalls gefüllt werden, so wie die Zahl der Rahmen und Fotos auch noch weiter anwachsen könnte. So kann hier für die Zeit der Ausstellung ein gemeinsames Memorial entstehen, ein Ort, Erinnerung zu teilen. Wer möchte kann Fotos mitbringen oder auch per E-Mail senden: .
Die Ausstellung ist bis zum 4. Oktober 2026 Donnerstag bis Samstagvon 13 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten.
Tipp
Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September 2026
Zum Tag des offenen Denkmals 2026 bieten wir einen künstlerischen Workshop und Ausstellungsführungen mit der Künstlerin Helen Verhoeven sowie Gespräche und einen Dorfrundgang mit dem Ortsvorsteher i.R. Rüdiger Ungewiss an. Dazu gibt es wie immer ein gemütliches Beieinander bei Kaffee und Kuchen.
Der Workshop, zu dem Sie sich bitte vorab anmelden können, bietet für Teilnehmerinnen und Teilnehmer jedes Alters die Möglichkeit, sich an der Gestaltung der Kirchenfenster zu beteiligen. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Wimpel können Sie schon jetzt oben in der Patronatsloge gestalten.
ab 12 Uhr: Künstlerischer Workshop
ab 15 Uhr: Führungen und Gespräche
Anmeldung:
Helen Verhoeven

- 1974: geboren in Leiden/Niederlande, aufgewachsen in Kalifornien/USA
- 1996: San Francisco Art Institute, San Francisco, USA
- 2001: New York Academy of Art, New York, USA
- 2006: Rijksakademie van beeldende kunsten, Amsterdam, NL
- ab 2004: zahlreiche Einzelausstellungen (USA, NL, DE, CH, AT, JP)
- ab 2021: Beraterin - Rijksakademie van beeldende kunsten, Amsterdam, NL
- ab 2023: Professorin für Malerei - Hochschule für Bildende Künste Dresden, DE
Weitere Informationen unter www.helenverhoeven.com.
Hinweis: Ab dem 10. Mai und dem 4. Oktober 2026 ist die Kirche jeweils von Donnerstag bis Samstag von 13 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, wir freuen uns aber über Spenden für unsere Arbeit.
