»Schulze gets the Blues«

Veranstaltungsdetails

Kino im Schloss

Zeit: Samstag, 21. August 2010, 20.00 Uhr
Rubrik: Filmvorführung

Ein Film von Michael Schorr

Filmlänge: 110 Minuten
Produktion: Deutschland, 2003
Hinweis: Die Vorführung findet im Schloss Dannenwalde statt.

"Schultze gets the blues” handelt von Schultze. Schultze fristet sein Leben seit Jahr und Tag in einem kleinen anhaltinischen Ort nahe der Saale. Bezeichnenderweise einziges Wahrzeichen des Ortes ist ein riesiger Berg aus Kali-Abraum von der nahegelegenen Mine. Schultzes Leben zwischen Arbeit (unter Tage) - dem er seinen chronischen Husten verdankt - und Kneipenbesuch, Schrebergarten, Volksmusik sowie Angeln (über Tage) kommt zu einem vorzeitigen Ende, als er und seine Kumpels Manfred und Jürgen in den Vorruhestand geschickt werden. Während diese sich mehr und mehr dem Nichts ergeben und das Aufrechterhalten der Routine zu einer Farce verkommt, entdeckt Schultze ein Leben hinter dem Berg. Aus seinem polka-geschundenen Akkordeon entlockt der Hobby-Musiker feurige Südstaatenklänge, die die gediegenen Jubiläumsfeiern seines Heimatmusikvereins zu sprengen drohen. Vor die Wahl gestellt, wieder in den gleichen Trott zurückzufallen oder als anhaltinischer Freak zu enden trifft Schultze eine Entscheidung, die ihn bis tief in die Sümpfe und Bayous von Louisiana führen wird...und zurück...
 

Kommentar des Regisseurs

Nur wenig südlich von der Metropole Berlin liegt das Mansfelder Land. Weithin sind große Abraum-Berge zu sehen, Menetekel einer untergegangenen Bergbau-Epoche. Hier beginnt die Geschichte von ”Schultze gets the blues”. Lange Recherchen dort und in den Südstaaten der USA gingen dem Dreh voraus. Von Anfang an sollte der Film an existierenden Orten spielen und die Menschen der Region miteinbezogen
werden. Die Grenzen zwischen Dokumentar und Fiktion wollte ich permanent überschreiten: Laiendarsteller trafen auf gestandene Profis, reale Orte und Situationen wurden fotografisch streng komponiert, die Wirklichkeit und der Film beeinflussten und veränderten sich gegenseitig. Letzteres war besonders der Fall, als wir im Kali-Schacht in 730 Metern Tiefe bei hoher Hitze und Luftfeuchtigkeit drehten... Das Konzept der ”überhöhten Realität” setzten wir auch bei den Dreharbeiten in Texas und Louisiana fort. Dabei war die Zusammenarbeit mit den Leuten vor Ort, sei es ”zu Hause” oder in den Südstaaten, eine pure Freude.
Sicherlich half es, mit einem verhältnismäßig kleinen, im Dokumentarfilm erfahrenen Team zu drehen, welches sich an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen konnte - auch als sich unser Boot bei Vollmond in den weitläufigen Bayous von Louisiana verirrte. Wir gingen zu den tatsächlichen Musikfesten wie dem ”Wurstfest” in New Braunfels/Texas (”the ten day salute to sausage”...), Tänzen (in ”Bourque’s Club” in der Mitte von Nirgends und einem Sheriff mit dem Namen ”Robberie”...), Konzerten und versuchten über ein bloßes Dokumentieren hinauszugehen, sowie uns von konventionellen Vorstellungen und Bildern über die USA zu lösen. ”Schultze gets the blues” soll nicht nur ein pures Dokument der Realität, sondern auch eine Phantasie über die Vorstellung von Wirklichkeit sein und darüber, wie ein Mensch, Schultze, sich dem Leben doch noch stellt.

Weitere Informationen finden sich auf der offiziellen Webseite.


Hinweis: Die Kirche ist von Mai bis Oktober täglich außer montags von 13.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

»Schulze gets the Blues«
Filmplakat